einkommen und armut in tirol 2008

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Economy & Finance

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  • 1. 2010 Einkommen und Armut in Tirol Ergebnisse aus EU-SILC 2008 Europisches Jahr zur Bekmpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
  • 2. Herausgeber: Amt der Tiroler Landesregierung Raumordnung - Statistik Bearbeitung: MMag. Mario Stadler Redaktion: Mag. Manfred Kaiser Adresse: Landhaus 2 Heiliggeiststrae 7-9 6020 Innsbruck Telefon: 508 / 3622 Telefax: 508 / 3605 e-mail: raumordnung.statistik@tirol.gv.at http://www.tirol.gv.at/statistik Nachdruck - auch auszugsweise - ist nur mit Quellenangabe gestattet Umschlagfoto: Europische Union
  • 3. INHALTSVERZEICHNIS Seite Vorwort 1 1 Einkommen und Lebensstandard 3 1.1 Erluterungen zu den EU-SILC Erhebungen 3 1.2 Entstehung, Entwicklung und Verteilung des Haushaltseinkommens in Tirol und sterreich 3 1.3 Verfgbares Einkommen vs. quivalenzeinkommen 8 1.4 Bestimmung des Lebensstandards durch das quivalenzeinkommen 9 1.5 Verteilung des quivalisierten Haushaltseinkommens 9 1.6 Mittleres Haushaltseinkommen pro Jahr in Tirol: 17.767 Euro 13 1.7 Verteilung des quivalenzeinkommens von Tiroler Haushalten mit und ohne Kindern 14 1.8 quivalisiertes Personeneinkommen nach Haushaltstypen 14 2 Armutsgefhrdung und Deprivation 16 2.1 Die einkommensbezogene Armut 16 2.2 Armutsgefhrdung nach soziodemographischen Merkmalen 20 2.3 Working Poor 21 2.4 Finanzielle Deprivation und benachteiligte Lebensfhrung 22 3 Subjektive Wahrnehmung der Lebenssituation in Tirol 27 4 Armutsgefhrdung und Armutslagen bei Kindern und Jugendlichen in Tirol 29 4.1 Kinder und Jugendliche 29 4.2 Der Anteil der armutsgefhrdeten Kinder in Tirol entspricht dem sterreichschnitt 29 4.3 Finanzielle Deprivation und manifeste Armut bei Kindern und Jugendlichen 30
  • 4. 5 Verschuldung, berschuldung und finanzielle Ausgrenzung in Tirol 32 5.1 Verschuldung 32 5.2 Finanzielle Schwierigkeiten 35 5.3 berschuldung 37 5.4 Finanzielle Exklusion 39 Literatur 41 Anhang 1 42 Anhang 2 44
  • 5. Amt der Tiroler Landesregierung 20.05.2010 Raumordnung - Statistik Vorwort Die Europische Kommission hat das Jahr 2010 zum Europischen Jahr zur Bekmpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung erklrt. Unter dem Motto Armut darf nicht sein! soll in der gesamten EU die Eindmmung der Armut, von der jeder sechste Europer betroffen ist, in den Mittelpunkt gerckt werden. Der Kommissionsprsident Jos Manuel Barroso erklrte in diesem Zusammenhang, Die Bekmpfung der Armut und der sozialen Ausgrenzung ist ein wichtiger Teil der Krisenbewltigung. Zu oft werden die Schwchsten der Gesellschaft am Hrtesten von einer Rezession getroffen. Deshalb sollte das Europische Jahr 2010 als Katalysator fr die Sensibilisierung und fr die Schaffung einer Dynamik dienen, die zum Aufbau einer integrativeren Gesellschaft beitrgt. Vladimr Spidla, EU- Kommissar fr Beschftigung, Soziales und Chancengleichheit, ergnzte: Fr jeden sechsten Europer ist es ein tglicher Kampf, finanziell ber die Runden zu kommen, und Armut kann jeden von uns treffen, ebenso wie unsere Gesellschaften im Ganzen. Zwar setzen die meisten Manahmen zur Armutsbekmpfung auf nationaler Ebene an, doch drei Viertel der Europer erwarten sich auch Hilfe von der EU. Durch das Europische Jahr rckt das Thema Armut auf der Tagesordnung ganz nach oben, so dass die Lnder Europas den Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung gemeinsam und mit vereinten Krften fhren knnen. Derzeit leben in Europa etwa 79 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze (einer Schwelle, die bei 60% des Medianeinkommens des Landes in dem sie leben, angesetzt wird) und gelten daher als armutsgefhrdet. Dies sind 16% der europischen Bevlkerung. Einer von zehn Europern lebt heute in einem Haushalt, in dem niemand arbeitet und fr 8% der Europer gengt eine Arbeitsstelle nicht, um der Armut zu entkommen. Kinder sind in den meisten Mitgliedsstaaten besonders stark von Armut betroffen. Die Armutsgefhrdungsrate von Kindern im Alter von 9 bis 17 Jahren liegt in Europa bei 19%, also etwa 19 Millionen Kindern. Das grte Armutsrisiko betrifft AlleinerzieherInnen- Haushalte und Haushalte mit abhngigen Kindern. Die Armutsrate fr AlleinerzieherInnenhaushalte mit einem Kind liegt im europischen Schnitt bei 33%. Auch junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren (18%) und jene, die lter als 65 Jahre sind (19%) sind berdurchschnittlich von Armut bedroht. ltere Frauen sind mit 21% deutlich strker betroffen als Mnner mit 16% ( vgl. Die Armutskonferenz, European Anti Poverty Network 2008). Diese alarmierenden Zahlen schlagen sich auch deutlich in der ffentlichen Meinung nieder. In einer Eurobarameter- Umfrage zum Thema Armut sehen 73% der Europer Armut als verbreitetes Problem in ihrem Land, 89% fordern, dass ihre Regierung rasch etwas dagegen unternimmt und 74% erwarten, dass auch die EU hier eine magebliche Rolle spielen soll. 1/45
  • 6. Amt der Tiroler Landesregierung 20.05.2010 Raumordnung - Statistik Das Europische Jahr 2010 soll das Bewusstsein fr die Ursachen und Folgen der Armut in Europa schrfen, und zwar sowohl bei den Schlsselakteuren wie Regierungen und Sozialpartnern als auch in der breiten ffentlichkeit. Die Europische Union hat in ihrer Strategie EUROPA 2020 die Leitinitiative Europische Plattform zur Bekmpfung der Armut verankert. Ziel dieser Initiative ist die Gewhrleistung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts. Aufbauend auf dem derzeitigen Europischen Jahr zur Bekmpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung sollen das Bewusstsein um die Grundrechte der Menschen, die unter Armut und Ausgrenzung leiden, geschrft und ihre Anerkennung gefrdert werden, damit sie in Wrde leben und aktiv an der Gesellschaft teilhaben knnen. Auf EU- Ebene bernimmt die Kommission folgende Aufgaben (siehe European Komission 2010, S. 23): die offene Koordinierung im Bereich der gesellschaftlichen Integration und des sozialen Schutzes zu einer Plattform fr Kooperation, gegenseitige Kontrolle und den Austausch bewhrter Verfahren sowie zu einem Instrument zur Frderung des Engagements ffentlicher wie privater Trger im Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung zu machen und konkrete Manahmen zu ergreifen, wozu auch eine gezielte Untersttzung durch Strukturfonds, insbesondere den ESF (Europischer Sozial Fond), zhlt. Programme zu konzipieren und durchzufhren, mit denen soziale Innovationen fr die Schwchsten der Gesellschaft gefrdert werden sollen, u. a. durch eine innovative allgemeine und berufliche Bildung und Beschftigungsmglichkeiten fr benachteiligte Gruppen, gegen Diskriminierung (z.B. Behinderter) vorzugehen und eine neue Agenda fr die Integration von Migranten zu erarbeiten, damit diese ihr Potential voll nutzen knnen. Angemessenheit und Nachhaltigkeit der Systeme der sozialen Sicherung und der Altersvorsorge zu prfen und Mglichkeiten eines besseren Zugangs zur Gesundheitsversorgung zu erkunden. Die Mitgliedsstaaten wiederum sind aufgefordert, die kollektive und individuelle Verantwortung Aller im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu frdern. Manahmen zu konzipieren und durchzufhren, die den besonderen Umstnden bestimmter, besonders gefhrdeter gesellschaftlicher Gruppen (wie Alleinerziehende, ltere Frauen, Minderheiten, Roma, Behinderte, Obdachlose) gerecht zu werden. ihre Systeme der sozialen Sicherung und der Altersvorsorge so auszubauen, dass eine angemessene Einkommenssttzung und der Zugang zur Gesundheitsversorgung gewhrleistet sind. Es bleibt zu Hoffen, dass all diese Bemhungen und Initiativen im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung in naher Zukunft Frchte tragen werden, denn jede Volkswirtschaft wird unter anderem auch am Umgang mit ihern Armen und sozial schwachen Mitgliedern gemessen. 2/45

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