hans hirth - grundzuege der finanzierung und investition

Download Hans Hirth - Grundzuege Der Finanzierung Und Investition

Post on 20-Oct-2015

150 views

Category:

Documents

4 download

Embed Size (px)

TRANSCRIPT

  • VonUniversittsprofessor

    Dr. Hans Hirth

    R. Oldenbourg Verlag Mnchen Wien

  • Vorwort

    Vor einiger Zeit ist in die Rumlichkeiten des Lehrstuhls fr Finanzierung und Investition an der TU Berlin mehrfach eingebrochen worden. Dann wurde ein Schild angebracht: Wir beschftigen uns zwar mit Geld, hier liegt es aber keines!" Die Einbruchserie war gestoppt. Auch dieses Lehr-buch beschftigt sich mit Geld, liefert aber unmittelbar keines. Es richtet sich ja auch nicht an Einbrecher, sondern an diejenigen, die sich eine Ein-fhrung in die Methoden der Investitionsrechnung und Finanzierung wn-schen und die etwas ber deren konomischen Hintergrund erfahren mch-ten.

    Das Niveau des Lehrstoffs entspricht dem einer Grundstudiumsvorlesung. Die Darstellung wurde so einfach wie mglich gehalten. Doch wenn es um Geld gent, es um Zahlen und Formeln. Alle Formeln werden im Buch auch hergeleitet. Dies erhht erstens deren Akzeptanz und zweitens knn- en Tftler interessiert sein, eine Formel an eine leicht vernderte Problemstellung anzupassen. Der Text wird abgerundet durch Beispiele Aufgaben. Um Lesern ein Gefhl dafr zu geben, welcher Transfor- mationsgrad sie in einer meiner Klausuren erwarten kann, habe ich auch Aufgaben vergangener Klausuren in das Buch aufgenommen und als sol- che gekennzeichnet. Der einzige Unterschied zu den Originalaufgaben besteht darin, da hier - in kursiver Schrift - die Lsungen direkt im An- schl an die jeweilige Aufgabe zu finden sind.

    Das Buch basiert auf einer Grundstudiumsvorlesung, die ich regelmig an der TU Berlin halte. Meine Vorlesung ist wiederum aus einer Vorle-sung meines Kollegen Werner Neus an der Universitt Tbingen hervorge-gangen. Fr seine konzeptionelle Vorgabe und einige von ihm bernommene Beispiele danke ich ihm sehr. Herzlicher Dank geht auerdem an meinen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Herrn Dipl.-Kfm. Axel Cunow, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand.

    Hans Hirth

  • Inhaltsverzeichnis

    I. Einfhrung .............................................................11. Ein einfhrendes Beispiel ............................................................1

    2.Vollkommene und unvollkommene Finanzmrkte ........................3

    3. Unsicherheiten .............................................................................4

    4. Investitions- und Finanzierungsbegriff .........................................6

    II. Investitionsrechnung ........................................................................9

    1. Grundlagen ...................................................................................9

    1.1 Arten von Investitionen und Investitionsentscheidungen ..........9

    1.2 Diskontierung ........................................................................10

    1.2.1 Zeitliche Transformation ber Markttransaktionen..........11

    1.2.2 Intertemporaler Vergleich ber Zeitprferenzen .............17

    1.3 Statische und dynamische Investitionsrechnungen ..............23

    1.3.1 Statische Investitionsrechnungen..................................23

    1.3.2: Dynamische Investitionsrechnung ..............................31

    2. Investitionsentscheidungen bei Sicherheit und exogenem

    Kalkulationszinssatz ....................................................................33

    2.1 Entscheidungen auf Basis des Kapitalwerts...........................33

    2.1.1 Kapitalwert und Endwert ...............................................33

    2.1.2 Annuitt .........................................................................43

    2.1.3 Interner Zinssatz ...........................................................49

    2.1.4 Einbeziehung von Steuern ............................................69

    2.1.5 Einbeziehung nicht-flacher Zinskurven ...........................76

    2.1.6 Einbeziehung von Risiko...............................................87

    2.2 Investitions- und Konsumentscheidungen (Fisher-Modell) .......89

    2.2.1 Subjektive Bewertung ohne Kapitalmarkt ......................90

    2.2.2 Bewertung unter Einbeziehung des Kapitalmarkts ........95

    2.3 Nutzungsdauerentscheidungen ......................................... 103

    2.3.1 Keine Ersatzinvestition................................................ 104

  • VIII Inhaltsverzeichnis

    2.3.2 Identische Ersatzinvestitionen .......................................... 106

    3. Endogene Kalkulationszinsstze .....................................................111

    III. Finanzierung.......................................................................................117

    1. Finanztitel als Instrumente der Finanzierung ................................. 117

    1.1 Abstimmungsbedarf zwischen Unternehmen und Haushalten 117

    1.2 Transformationsaufgaben von Finanztiteln............................... 118

    1.3 Eigen- und Fremdfinanzierung ................................................. 127

    1.3.1 Idealtypen..................................................................... 127

    1.3.2 Mischformen................................................................. 136

    1.4 Auen- und Innenfinanzierung................................................. 140

    1.4.1 Auenfinanzierung ....................................................... 140

    1.4.2 Innenfinanzierung ......................................................... 141

    2. Liquidittssicherung....................................................................... 151

    2.1 Nutzen und Kosten der Liquiditt ............................................. 151

    2.2 Liquidittsplanung .................................................................... 155

    3. Bedeutung der Kapitalstruktur....................................................... 165

    3.1 Kapitalkosten ........................................................................... 166

    3.2 Leverage-Effekt und Leverage-Risiko ...................................... 170

    3.3 Irrelevanz des Verschuldungsgrads bei vollkommenem Kapital-

    markt........................................................................................ 177

    Literaturhinweise..................................................................................... 183

    Stichwortverzeichnis............................................................................... 185

  • I. Einfhrung

    1. Ein einfhrendes Beispiel

    Sie haben zusammen mit Ihrem Bruder ein Haus geerbt. Es stehen Ihnen nun drei Alternativen offen, weitere lassen wir einmal unbercksichtigt.

    Alternative 1: Sie verkaufen das Haus und erzielen einen Verkaufspreis von 200.000 . Das Geld mssen Sie mit ihrem Bruder teilen und erhalten 100.000 als eigenen Anteil. Das heit allerdings auch, da Sie in Ihrem bisherigen Haus wohnen bleiben und weiter Ihre Miete zahlen. Die Miete betrage 1.000 im Monat, also 12.000 im Jahr. Der Planungshorizont ist zwanzig Jahre. Also zahlen Sie zwanzig Jahre lang jeweils 12.000 .

    Alternative 2: Das geerbte Haus liegt Ihnen sehr am Herzen und Sie mchten gern selbst darin wohnen. Fr Ihren Bruder bleibt aber kein Platz mehr. Dann mssen Sie Ihrem Bruder 100.000 auszahlen. Dafr besit-zen Sie dann das Haus und knnen dort zwanzig Jahre lang selbst woh-nen. Sie mssen zwar keine Miete mehr bezahlen; allerdings sind immer mal wieder einige Instandhaltungen fllig. Diese kosten schtzungsweise 2.000 pro Jahr. Wenn wir einen Planungshorizont von zwanzig Jahren betrachten, mu man berlegen, was am Ende des Planungshorizonts passiert. Der Endwert des Hauses in zwanzig Jahren soll 250.000 betra-gen.

    Alternative 3: Sie zahlen Ihrem Bruder 100.000 aus und vermieten das Haus anschlieend. Auerdem bleiben Sie in Ihrem bisherigen Haus zur Miete wohnen. Dafr sind wieder jhrlich 12.000 zu zahlen. Sie erhalten allerdings auch Mieteinnahmen aus dem geerbten Haus. Diese Mietein-nahmen sollen ebenfalls 12.000 pro Jahr betragen. Allerdings ist ja be-kannt, da Leute mit fremden Sachen weniger pfleglich umgehen als mit eigenen. Deshalb sind die Instandhaltungskosten hier ein kleines bichen hher und betragen nicht 2.000 , sondern 3.000 pro Jahr. Der ge-schtzte Wert des Hauses nach 20 Jahren sei wiederum 250.000 .

    Natrlich sind etliche andere Alternativen denkbar, so zum Beispiel die Mglichkeit, das Haus anzuznden und sich die Versicherungssumme mit Ihrem Bruder zu teilen. Dabei wrde sich zustzlich die Frage stellen, ob Sie berfhrt werden. Wir wollen uns aber nur auf die Alternativen 1, 2 und 3 konzentrieren. Die jeweils daraus folgenden Zahlungen sind in der fol-genden Tabelle zusammengestellt.

  • 2 1.1. Ein einfhrendes Beispiel

    Jahr A1 A2 A3

    0 + 100.000 - 100.000 - 100.0001 - 12.000 - 2.000 -12000+12000-

    3.000= -3.0002 - 12.000 - 2.000 - 3.0003 - 12.000 - 2.000 - 3.000

    20 - 12.000 + 250.000 + 250.000

    Tab. 1.1.1: Welche Alternative ist besser?

    Ein kurzer Blick auf die Tabelle zeigt deutlich, da wir A3 vergessen kn-nen. Die Alternative 3 wird von der Alternative 2 dominiert, weil A3 in min-destens einem Kriterium (hier: die Zahlungen nach den Jahren 1 bis 19) schlechter ist und in keinem anderen Kriterium (hier: die Zahlungen in 0 und 20) besser ist als A2. Es geht jetzt nur noch um den Vergleich von A1 und A2. So, und jetzt fragen Sie sich doch einmal, welche der beiden Al-ternativen Sie persnlich vorziehen wrden.

    Wrden Sie sich fr die Alternative 2 entscheiden? Dann kalkulieren Sie offenbar mit einem vergleichsweise niedrigen Zinssatz. Denn bei A2 winkt erst sehr spt eine hohe Einzahlung. Dieser Betrag ist nur dann von hin-reichendem Gewicht, wenn der Zinssatz entsprechend niedrig ist.

    Man knnte Ihre Wahl aber auch anders interpretieren. Implizit sind wir davon ausgegangen, da alle knfti

Recommended

View more >