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  • Guilene Teclaire MawentzeFelix FischerLukasz PlotnickiJohannes Thnes

    I P H I E M A S T E R C L A S S 2 0 0 8 I N S A LT L A K E C I T Y

    1. Einleitung

    Ende Juni 2008, Salt Lake City, USA. Vier Studenten der Medizinischen Informatik haben sich aufgemacht, ihren Studiengang auf der diesjhrigen Masterclass zu vertreten. Eine Reise, eine Aufgabe und ein bisschen auch ein Abenteuer. Immerhin hatten die meisten von uns Europa noch nie verlassen. So fanden wir uns Mitten in der Wste in Salt Lake City wieder - Jetlag in den Gliedern und in einem Fall nach einer wahren Odyssee durch die Irren und Wirren des internationalen Flugverkehrs1. Doch die kommenden Tage der IPHIE Masterclass 2008 waren den groen Sprung ber den Teich wert - es war ein Erlebnis, das keiner von uns missen mchte.

    Die International Partnership in Health Informatics Education (IPHIE) veranstaltet jedes Jahr eine Masterclass, an der jeweils zwei Dozenten und vier Studenten der Partner-Programme teilnehmen. Der Ort der Masterclass wechselt jhrlich zwischen den Partner-Programmen und zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Jahre 2008 waren wir bei dem Institut frBiomedical Informaticsan der University of Utah zu Salt Lake City zu Gast. Neben der Medizinischen Informatik aus Heidelberg/Heilbronn waren noch Teilnehmer von zwei Universitten aus den USA: University of Washington und University of Minnesota, und zwei europische Universitten: das UMIT aus Hall in Tirol und das AMC der Universitt von Amsterdam, vertreten. Als Dozenten wahren Prof. Diana Schmidt und Prof. Thomas Wetter fr uns mitgereist2.

    Salt Lake City (SLC) liegt im mittleren Westen der USA und ist eine Stadt, in der die unterschiedlichsten Gegenstze herrschen3. Zum einen ist es im Tal extrem hei, weil die Stadt geographisch in der Wste liegt. Gleichzeitig liegt es am Fue der Rocky Montains, sodass hier 2002 die olympischen Winterspiele stattfanden - ein Fakt, das uns auch dadurch zu Gute kam, dass die Athleten-Wohnungen der Universitt vermacht worden sind und uns als Unterkunft dienten.

    SLC ist darberhinaus das Zentrum des mormonischen Glaubens, der fr strenge Regeln aber auch ein starkes Miteinander bekannt ist. Uns ist es vor allem dort aufgefallen, wo wir pltzlich keinen Alkohol mehr im Fahrerraum des Mietwagens transportieren durften oder Mitglied eines Clubs werden mussten, damit wir dort Bier bestellen durften. Trotzdem erschien uns SLC als eine eher offene Stadt, die die Art amerikanischen Flair bieten konnte: groe Autos, viel Platz und Huschen mit

    1 Die Studenten und Dozenten aus Holland hatten es allerdings auch nicht besser. Ihr Flug musste auf halber Strecke umdrehen, wegen eines Herzinfarktes an Bord.

    2 Eine vollstndige bersicht der Teilnehmer ist unterhttp://informatics.bmi.utah.edu/iphie

    3 Zumindest fr den unbedarften europischen Studenten.

    http://informatics.bmi.utah.edu/iphiehttp://informatics.bmi.utah.edu/iphie

  • Veranda und Schaukelstuhl. Alles in allem ein sehr interessanter Einstieg in die amerikanische Kultur hautnah.

    2. Akademisches Programm

    Durch die Teilnahme verschiedener Universitten - der IPHIE Partner4 - bietet die Masterclass eine enorme Themenvielfalt und kann unterschiedliche Schwerpunkte der Medizinischen Informatik prsentieren. Kombiniert mit der Tatsache, dass die Diskussionen in einer netten, lockeren Atmosphre gefhrt werden, stellt eine IPHIE Masterclass eine erstklassige Gelegenheit zum akademischen Austausch dar.

    Das diesjhrige akademische Programm war sehr differenziert und behandelte ein breites Themenspektrum: von Nursing und Translational Informatics bis zur Vorstellung einer konkreten KIS Infrastruktur des VA5 Medical Center in SLC. Dies ermglichte einen Einblick in Gebiete der Medizinischen Informatik, die entweder in Heilbronn nicht unbedingt direkt in dem Curriculum zu finden sind (wie z.B. Nursing Informatics) oder in Europa bzw. in Deutschland so nicht umgesetzt werden knnten (elektronische Patientenakte innerhalb des VA Netzwerks). Whrend der Prsentationen einzelner Studiengnge und der studentischen Projekte, die zurzeit realisiert wurden, war deutlich, dass es manchmal groe Unterschiede zwischen den einzelnen Studiengngen gibt. Health Informatics in Amerika scheint sich mehr auf das Gestalten und Optimieren von Prozessen des Informationsmanagements zu konzentrieren und widmet dabei weniger Aufmerksamkeit der konkreten Implementierung auf der technologischen Ebene - im Gegensatz zu zum Beispiel der Medizinischen Informatik "aus Heidelberg/Heilbronn", die deutlich mehr klassische Informatik (computer science) beinhaltet.

    Wie bei jeder Masterclass mussten die teilnehmenden Studenten in durchgemischten Projektgruppen, sich mit einem vorgegebenen, aktuellen Thema der Medizinischen Informatik, einem Paper auseinandersetzen und die Ergebnisse ihrer Analyse am Ende der Masterclass prsentieren. Somit konnte jeder von uns in wirklich internationalen Teams versuchen, eine Aufgabe zu lsen und dabei erfahren, was eine solche Zusammenarbeit mit sich bringt. Jede Gruppe wurde selbstverstndlich von einem Dozenten beraten. Die Diskussionen und das Brain-Storming waren sehr interessant und haben wieder gezeigt, wie wichtig es ist, der englischen Sprache mchtig zu sein.

    4 Offizielle IPHIE Seite: www.iphie.org

    5 VA steht fr Veterans Affairs und ist eine Organisation, die sich u.a. um die medizinische Versorgung der ehemaligen Soldaten in den USA kmmert. (www.va.gov)

    http://www.iphie.orghttp://www.iphie.orghttp://www.va.govhttp://www.va.gov

  • 3. Freizeitprogramm

    Chorprobe vom Mormon Tabernacle Choir, Tempelbesichtigung

    Zuvor die Warnung: Die Mormonen sind ganz nette Leute. Wenn Euch jemand in ein Gesprch verwickelt und es Euch unangenehm wird, einfach gehen. Wenn sie erst einmal in Fahrt kommen hren sie so schnell nicht wieder auf. Das letzte Mal war es jemandem wohl unangenehm.

    Aber dieses Jahr war es kein Problem. Die Orgel und der Chor waren eindrucksvoll. Musik ist etwas tolles. Der Tempel war schn, ihr Allerheiligstes durften wir natrlich nicht anschauen.

    Timpanagos Cave

    Mit reichlich Sonnencreme eingeschmiert und einer Wasserflasche am Gr tel (mit einem Wasserflaschenhalter von der University of Utah - ein Geschenk an jeden von uns) ausgerstet ging es dann auf eine kleine Bergwanderung zur T impanagos Cave . D ie Landscha f t wa r wunderschn. Ein paar Schilder wiesen uns darauf hin, dass es hier auch Schlangen gibt. Uns ist aber keine Schlange ber den Weg gelaufen. Dafr ein paar andere Wildtiere, die weniger gefhrlich waren. Am Ziel unserer Wanderung angekommen wurden wir durch eine echte Rangerin durch das Hhlensystem gefhrt. Teilweise wurde es ziemlich eng und dunkel und kalt. Eine Hhle war beeindruckender als die andere. Konnte man von auen nicht einmal erahnen, wenn man mal von den Schildern absieht.

    Dutch Oven Demonstration and Dinner

    Nach der Wanderung zur Hhle und zurck sind wir zu einem netten Rastplatz im Wald gefahren. Die Zutaten, Kohle, Geschirr, Getrnke, waren mit im Gepck.

    Mitten im Wald wurde uns dann ein hollndisches Abendessen gekocht. Die Getrnke waren eisgekhlt. Wir saen an verschiedenen Tischen und kamen ins Gesprch.

    Antelope Island

    Vorsicht Fliegen! Auf dem Weg zur Antelope Island haben haben wir kurz am Great Salt Lake gehalten. Innerhalb weniger Sekunden waren nicht mit Insektenspray behandelte Arme und Beine

  • schwarz vor Mcken. Worauf wir uns mit reichlich Insektenspray verteidigten. Der Geruch war auch weniger angenehm, aber es war ein schnes Bild.

    Auf der Antelope Island angekommen hie es dann 100 Dollars if you ride the buffalo! - natrlich nicht ernst gemeint. Vom Bus aus konnten wir Bffel in freier Wildbahn beobachten. Das war aufregend.

    Anschlieend ging es auf eine Farm zum Abendessen. Mal haben wir einen Hasen gesichtet, mal ein Reh sogar eine Schlange konnten wir bewundern. Es wurde live Country Musik gespielt und wir haben gemeinsam ein Lied eingebt: Home, home on the Range

    Kennecott Bingham Copper Mine

    Diese Mine ist gro. So gro, dass man sie wohl sogar vom Mond aus noch mit bloem Auge erkennen kann. Dort wird Kupfer abgebaut. Und Kupfer wird zur Herstellung von vielen elektronischen Gerten bentigt. Unter anderem auch fr Computer. Der Kupfergehalt im Boden ist dort nicht so gro, aber wenn man es im groen Stil macht und das lieben die Amerikaner ja dann kommt schon was zusammen. Die Lastwagen um die Erde abzutransportieren sind so gro wie ein Haus und in den Reifen konnten wir stehen. Es wurde ein Einblick in die Geschichte des Bergbaus geboten und ein kurzer Film gezeigt.

    4. Soziales Miteinander / Bekanntschaften / Studenten&Dozenten

    Die Master Class 2008 hat uns die Mglichkeit gegeben andere Studenten und Dozenten kennenzulernen.

    Anfangs ist man sicherlich etwas aufgeregt und skeptisch, ob man sich mit den anderen Studenten und den Dozenten gut vertragen wird. Aber schon nach dem ersten Kennenlernen sind diese Befrchtungen verschwunden.

    Die meisten Studenten, die an diesem Programm teilnehmen, sind sehr motiviert und gewillt ihr soziales Netzwerk zu erweitern. Neun Nationalitten waren daran beteiligt: USA (Salt Lake City, Washington, Minnesota), Deutschland, Polen, Holland, China, Kamerun, Iran, Kenia und sterreich. Diese kulturelle Mischung an einem Ort und mit den gleichen Zielen ist wirklich einmalig und wert erlebt zu werden. Insbesondere die Konversationsthemen waren vielseitig und kulturell orientiert, nicht nur auf das Studium beschrnkt.

  • Unter den Studenten waren auch Teilnehmer, die selbst schon Familien haben und ihr Studium (als Doktorand) trotzdem weiter betrieben, was fr uns Deutsche eine besondere Erfahrung darstellt,

    da wir diese Verbindung aus Familie und Studium in unseren Kreisen nie erlebt h

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