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Über die Bevölkerung und die Integration in Estland.

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  • 1. Die Bevlkerung,die Integration in Estland Aimi Jesalu Oberschule Plva 2008

2. Verschiedene Nationalitten

  • Laut Angaben des Bevlkerungsregisters leben in Estland1,361 Millionen Menschenaus ber 100 verschiedenen Nationalitten.
  • Die grte Nationalittengruppe bilden die Esten 68,5%, dann kommen Russen 25,5%, Ukrainer 2,1%, Belarussen 1,2% und Finnen 0,8%.
  • Gem der Volkszhlung von 2000 werden in Estland insgesamt109 Sprachengesprochen.
  • Von den estnischen Brgern sprechen83,4%als MutterspracheEstnisch ,15,3% Russischund 1% andere Sprachen.

3. Vor dem II Weltkrieg

  • In Estland haben schon immer unterschiedliche Nationalitten zusammengelebt.Vor dem II. Weltkriegmachtendie nationalen Minderheiten 12%der Bevlkerung Estlands aus.1934 bildeten Russen, Deutsche, Schweden, Letten und Juden die grten nationalen Minderheiten . Ihnen standen mit dem Gesetz ber die Kulturautonomie der nationalen Minderheiten aus dem Jahr 1925 umfangreiche Mglichkeiten zur Durchfhrung ihres eigenen Kultur- und Bildungslebens offen. Die deutsche und die jdische Gemeinde realisierten ihr Recht zur Schaffung einer Kulturautonomie und waren bis zur sowjetischen Besetzung im Jahr 1940 aktiv.

4. Unter sowjetischer Besatzung

  • Die Ereignisse des II. Weltkrieges sowie die anschlieende sowjetische Besatzung vernderten im bedeutenden Mae die Bevlkerungsstruktur Estlands.Die meisten Deutschbalten verlieen Estland bereits 1939, die Mehrheit der schwedischen Minderheit verlie Estland whrend des II. Weltkrieges, ebenso flchteten whrend des Krieges zehntausende Esten in den Westen.In der Nachkriegszeit, in erster Linie infolge der auf die Sowjetisierung gerichteten Migrationspolitik der Sowjetmacht, erhhte sich die Anzahl der Russen in der Bevlkerung, und es entstanden neue Bevlkerungsgruppen wie z.B. Ukrainer, Belarussen, Ingrier u.a.
  • Lag im Jahr 1934 der Anteil von Nicht-Esten noch bei 12% (darunter 8,2% Russen); so bildete er im Jahr 1991 bereits ein Drittel, d.h. 39% der Gesamtbevlkerung.

5.

  • Die Verfassung und das im Jahr 1993 verabschiedete neue Gesetz ber die Kulturautonomie der nationalen Minderheitenlegen den rechtlichen Status und die Rechte nationaler Minderheiten, die in Estland leben, fest und gewhrleisten die Bewahrung der Sprachen und der kulturellen Besonderheiten, vor allem durch entsprechende Bildungseinrichtungen und muttersprachliche Gesellschaften.
  • Die Ingrier waren die erste nationale Minderheit, die sich 2004 ihre Kulturautonomie geschaffen hat.

6.

  • Estlandist auch einMitgliedstaatdes im Jahr1998in Kraft getretenenRahmenbereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates , des ersten multilateralen europischen bereinkommens,das dem Schutz von Angehrigen nationaler Minderheiten dient . Entsprechend den bernommenen Verpflichtungenuntersttzt Estland die Bestrebungen im Bereich von Kultur und Bildung aller nationalen und ethnischen Minderheiten . Mehr als200 derartige Gesellschaften und Organisationenwurden bis heute registriert. Den nationalen Minderheiten wird Untersttzung aus dem Staatshaushalt zuteil; im Jahr2007waren260000EURdafr vorgesehen.

7.

  • Estlandist einer der wenigen Staaten der EU,
  • in demnicht nur amtssprachliche Schulenals Teil desstaatlich finanzierten ffentlichen Bildungssystemsexistieren.
  • Etwa 23% aller estnischen Schler besuchen russischsprachige Grund- und Oberschulen.
  • 10% der Studenten an den Hochschulen studieren in russischer Sprache.
  • Im Bildungsangebot befindet sich auch ein staatliches jdisches Gymnasium.

8.

  • Im Jahr2007erscheinen in Estland36 Zeitungen und 24 (Quelle:NationalbibliothekZeitschriften in russischer Sprache).
  • Von drei berregionalen TV-Sendern bieten zwei regelmigrussischsprachige Sendungenan. Einer vonsechs russischsprachigen Rundfunksendern Radio4 ist ffentlich-rechtlich und strahlt unter anderem auch Sendungen in ukrainischer, belarussischer, armenischer und jiddischer Sprache aus.Zahlreiche russischsprachige Internetportale und Web-Medienausgaben sind vorhanden ;
  • dasStaatliche Web-Center www.riik.eesowie vieleWebsites staatlicher Institutionen und Behrdensind ebenfallsin russischer Sprache .

9. Die Integration der nichtestnischen Bevlkerung

  • Infolge der umfangreichen Migration whrend der Sowjetzeit entstand in Estland eine betrchtliche und in vielerlei Hinsicht isolierte Gesellschaft, die Russisch als erste Sprache benutzte. Als Ergebnis der Integrationspolitik der Regierung sind in den letzten Jahren aufgrund der durchgefhrten nderungen viele positive Entwicklungen zu verzeichnen. So haben zum Beispiel die Nicht-Esten immer mehr das Bedrfnis, sich zu integrieren, und die Integrationstoleranz der Esten nimmt ebenfalls zu.
  • Eine der Prioritten des Staates ist die Integration seiner nichtestnischen Bevlkerung.Hinsichtlich dieses Zieles ergriff die estnische Regierungseit 1997 folgende politischen und administrativen Manahmen:

10.

  • Im Mai 1997 wurde das Amt des Bevlkerungsministers geschaffen. Zu seinen Aufgaben gehren u.a. Fragen der Integration;
  • Im Mrz 1998 wurde ein Integrationsfonds gegrndet, um den Integrationsprozess sowie verschiedene Integrationsprojekte zu frdern und zu koordinieren;
  • Im Mrz 2000 verabschiedete die Regierung ein staatliches Programm "Integration in die estnische Gesellschaft 2000-2007".
  • Im Frhjahr 2006 wurde mit der Ausarbeitung eines neuen Programms fr die Jahre 2008-2013 begonnen.

11.

  • Das Ergebnis des Integrationsprozesses ist dasestnische Modell der multikulturellen Gesellschaft . Die Integration in die estnische Gesellschaft wird als ein Prozess verstanden, der auf Gegenseitigkeit beruht: An der Harmonisierung der Gesellschaft sind sowohl Esten als auch Nicht-Esten beteiligt.
  • Eines der Hauptziele ist, die Zahl der Personen ohne estnische Staatsbrgerschaft zu reduzieren.
  • Im Mai 2004 hat die Regierung den neuen Aktionsplan des Integrationsprogramms fr die Jahre 2004-2007 gebilligt, dessen Ziel es ist,jhrlich mindestens 5000 Personen einzubrgern.

12. Durch Projektausschreibungenwerden folgende Aktivitten gefrdert:

  • Erstellung vonLehrmaterialienfr Estnisch als Amtssprache sowie Fort- und Weiterbildung fr Lehrer;
  • Frderung der nationalen Kulturgesellschaften und Sonntagsschulen;
  • Sommercampszur Erlernung der estnischen Sprache, Sprachunterricht in der Familie.Im Projekt "Unterricht in der Familie" knnen nichtestnische Jugendliche bis zu zwei Monaten in einer estnischen Familie leben;
  • Studien Durchfhrung von Studien zur Effektivitt der Aktivitten des Integrationsprogramms.

13.

  • Frderung anderssprachiger Schlerin estnischsprachigen Schulen und vorschulischen Einrichtungen; Frderung von Projekten fr Jugendliche zur Aneignung von Kenntnissen in der Geschichte; Finanzierung der Aktivitten von Brgerinitiativen sowie Untersttzung der gemeinsamen Aktionen von estnisch- und anderssprachigen Jugendlichen;
  • Information der ffentlichkeit Untersttzung der Medienausbildung in den Schulen; Frderung muttersprachlicher Rundfunkprogramme der nationalen Minderheiten, Finanzierung der russisch- und zweisprachigen Fernsehsendungen;

14.

  • Mit Hilfe des Phare-Programms der Europischen Union wurde das Projekt"Estnisch-Unterricht und estnischsprachiger Unterricht fr die anderssprachige Bevlkerung"fortgesetzt.
  • Neben der Untersttzung des Sprachunterrichts wurde die Schulung der Lehrer durchgefhrt, es wurden Voraussetzungen fr den estnischsprachigen Unterricht in den Berufsschulen und Kindergrten geschaffen sowie die Ausweitung derLate-Language-Immersion-Klassenin 20 russischsprachigen Schulen gefrdert.
  • Fernseh- und Rundfunk-sendungen wurden fr die russischsprachige Bevlkerung finanziert.

15.

  • Der Integrationsfonds koordiniert zwei Zentren , deren Aktivitten aufgrund des Kooperationsvertrages mit dem Ministerium fr Bildung und Wissenschaft beaufsichtigt werden.
  • Zentrum fr Bildungsprogramme koordiniert die integrationsbezogenen Aktivitten im Bereich der Bildung, nhere Informationen:www.meis.ee
  • Language Immersion Centre( Keelekmbluskeskus ), nhere Informationen:www.kke.ee

16.

  • Erneuerung im Bereich der Bildung: bergang zum zweisprachigen Unterricht in russischsprachigen Schulen
  • Ein Teil des staatlichen Programms "Integration in die estnische Gesellschaft 2000-2007" umfasste auch die sprachliche Integration sowie den bergang zum zweisprachigen Unterricht in staatlichen und stdtischen Gymnasien ab dem 1. September 2007.
  • Hauptziel des Programms ist es, die Chancengleichheit aller in Estland lebenden jungen Menschen fr die berufliche Ausbildung und den Arbeitsmarkt zu gewhrleisten.

17.

  • Laut Angaben des Ministeriums fr Bildung und Wissenschaft gab es in Estland im Schuljahr 2006/07601 allgemein bildende Schulen , darunter74mit der UnterrichtsspracheRussischund22 zweisprachige Schulen , in denen die Fcher in estnischer und russischer Sprache unterrichtet werden.
  • Die Anzahl der Schler in russischsprachigen Schulen betrug 20,3%.
  • Der bergang zum partiellen estnischsprachigen Fachunterricht ab 2007 betrifft63 russischsprachige Gymnasien.

18.

  • Der inhaltliche bergang zum e