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Post on 11-Feb-2021

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  • LOGISC

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    LIECHTEN STEINISC

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    LOGISCH LIECHTENSTEINISCHE POST AG DAS KUNDENMAGAZINAusgabe 02.20

    Geschätzte Kundinnen und Kunden Digitalisierung ist in aller Munde. Ein «Buzzword», welches in keinem Gespräch und Satz fehlen darf. Die ursprüngliche Bedeutung der Umwandlung von analogen zu digitalen Formaten ist jedoch in den Hintergrund geraten. Stattdessen meinen wir den Megatrend der digitalen Transformation. Disruptiv und nicht aufzuhalten. Geschäftsmodelle ändern sich. Neue Chancen aber auch Risiken entstehen. Dadurch ergeben sich viele Fragen. Was bringt mir die Digitalisierung jetzt und in der Zukunft? Wie gehe ich damit um und wie kann ich die Chancen nutzen? Beispielsweise indem wir Kunden noch schneller erreichen, Mitarbeiter besser ver- netzen, Informationen sicherer und zuverlässiger verteilen, Prozesse vereinfachen und neue Geschäftsmodelle ent- stehen lassen. Umfang und Zweck sollten wir unbedingt mitgestalten. Denn verschiedene Studien zeigen deutlich auf: Unternehmen, die sich intensiv mit der digitalen Trans- formation beschäftigt haben, können wesentlich besser mit schwierigen wirtschaftlichen Situationen umgehen. Sie kennen sicherlich den Hinweis, dass solche Transformationen kurzfristig oft überschätzt, aber langfristig fast immer unter- schätzt werden. Ein anderer Aspekt ist der mögliche Zeitgewinn durch die Digitalisierung. Wie man diese Zeit nutzen könnte, beleuch- tet Prof. Dr. Jan vom Brocke in unserem Interview. So meint er: «Keiner weiss heute, wie die Welt in einem Jahr aussieht. Wir müssen daher weg vom Denken in grossen Master- plänen und mehr hin zum Handeln kommen, und zwar zu einem möglichst agilen und iterativen Handeln.» Nehmen Sie sich doch einen Augenblick Ihrer gewonnenen Zeit, und erfahren Sie von einem ausgewiesenen Experten mehr über die zahlreichen Möglichkeiten. Hoffentlich werden Sie in- spiriert und nehmen etwas mit auf den Weg in die digitale Transformation. Natürlich beschäftigt sich auch die Post mit der Digitalisierung. Dennoch stehen wir überwiegend für das Physische. Die Brief- und Paketbeförderung ist unsere Kernaufgabe, aber auch hier befinden wir uns mitten in einer Transformation. Mit dem Paketzentrum Untervaz eröffnen sich für uns und unsere Kunden neue und span- nende Möglichkeiten. Erfahren Sie mehr darüber in unserem Kundenmagazin, welches beide Welten bedient. Physisch und digital. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

    Roland Seger Vorsitzender der Geschäftsleitung

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    02 «Was kann der Mensch noch als Mehrwert leisten?» Interview mit Prof. Dr. Jan vom Brocke

    06 UPS neuer Kurier- und Paketpartner

    UPS, der Kurier- und Paketpartner der Liechtensteinischen Post AG löst DHL-Service-Point bei der Wirtschaftskammer Liechtenstein ab Interview mit Jürgen Nigg

    08 Global Post

    09 Post-Mitarbeitende mit neuer Berufs- kleidung

    10 Neues RPZ Untervaz eröffnet einzigartige

    logistische Möglichkeiten

    Interview mit Michael Aggeler und Hubert Biedermann

    14 Bücher, Dokumente und Eingangspost

    digitalisieren

    16 Neues Die Liechtensteinische Post AG ist benannter Logistikpartner von Hofladen Express

    16 Impressum

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    «Was kann der Mensch noch als Mehrwert leisten?»

    «Alles ist jetzt ultra. (…) Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt. (…) Junge Leu- te werden (…) im Zeitstrudel fortgerissen; Reichtum und Schnelligkeit ist es, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt. Alle möglichen Erleichterungen der Kom- munikation sind es, worauf die gebildete Welt ausgeht, sich zu überbieten…» Was glauben Sie, Herr Prof. Dr. vom Brocke, wann wurde dieser Text verfasst? Jan vom Brocke: Wahrscheinlich vor 100 Jahren (lacht). Man ist immer wieder verblüfft, dass Texte von damals auch heute noch zutreffen. Aber sagen Sie es mir.

    1825. Der Schreiber ist Johann Wolfgang von Goethe. Er beklagt sich in einem Brief an seinen Freund, den Komponisten Zelter, über das Tempo der Zeit. Wie viel Tempo hält denn der Mensch aus Ihrer Sicht aus? Das ist schwierig zu sagen, weil es jeder Mensch anders wahr- nimmt. Es hat auch viel mit Gewöhnung zu tun. Aber ich denke schon, dass wir heute mehr Dynamik und Beschleunigung als früher haben. In der Wirtschaftsinformatik beeinflussen wir das auch stark, indem wir das Tempo mit der Digitalisierung weiter hochdrehen. Damit verbinden sich wichtige Herausforderungen. Wir müssen deshalb lernen, zu entscheiden, wie schnell wir gehen wollen und sollten und wie wir Zeit, die wir gewinnen auch investieren. Das ist eine grosse Verantwortung, die wir als Gesellschaft und vor allem für unsere Kinder haben.

    Interview mit PROF. DR. JAN VOM BROCKE , Inhaber des Hilti Lehrstuhls für Business Process Management und Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität Liechtenstein

    In unserem Wirtschaftssystem ist Tempo zur Norm geworden – immer schneller, höher, weiter. Geraten wir in eine schier ausweglose Spirale immer grösseren Zeitdrucks? Tendenziell ja. Aber die Digitalisierung führt zu einer höheren Kapi- talproduktivität. Das heisst: Wir sind im Stande, mit weniger Einsatz mehr zu leisten, weil die Technik und die Unternehmen effizient sind. Die Frage ist: Wofür nutze ich die frei werdende Kapazität? Für mehr Profitabilität? Oder kümmern wir uns um andere Dinge, zum Beispiel um die Erneuerbarkeit der Welt, und setzen uns für mehr Nachhaltigkeit ein. Wenn wir weiterhin dem linearen Bild des Wachstums folgen, dann hat das irgendwann ein Ende. Denn jede Technologie hat wie ein Mensch eine maximale Performance, und Ressourcen sind begrenzt.

    Wenn der Mensch also viel automatisiert, dann gewinnt er wieder die Souveränität über die Zeit zurück? Wir haben die Möglichkeit dazu. Die Frage, die ich mir dabei immer wieder stelle, ist: Was kann der Mensch noch als Mehrwert leisten? Immer perfekt, schnell, gehorsam sein? Das können Roboter besser. Und wir wollen ja keine drittklassigen Roboter werden. Was machen wir also noch? Ich habe hier eine starke Mei- nung: Es sind die menschlichen Dinge wie Empathie, Motivation, Vertrauen, Kreativität und Reflektion, die im Vordergrund stehen müssen. Einerseits haben wir hier eine Differenzierungsmöglichkeit. Andererseits ist dies notwendig, um die Mensch-Maschine-Gesell- schaft, in der wir immer mehr leben, auch in eine gute Richtung zu entwickeln.

    Eine Frage, die sich Prof. Dr. Jan vom Brocke im Prozessmanagement immer wieder stellt. Warum wir dank Digitalisierung Zeit gewinnen und wie wir sie nutzen sollten, erzählt der Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Liechtenstein im Interview.

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    «Wenn wir weiter- hin dem linearen Bild des Wachs- tums folgen, dann hat das irgend- wann ein Ende.»

    turen im Unternehmen. Ambition, Vertrauen und eine ganz grosse Portion Freude sind sehr wichtige Elemente.

    Dank digitalisierter Prozesse kann man auch die Wirkung besser messen. Das ist richtig. Handys, Autos, Wohnungen, Smartwatches sind deswegen digital, weil sie Daten aufnehmen, verarbeiten und weitergeben können. Sie sind mit Sensoren ausgerüstet, vernetzt und können miteinander kommunizieren. Auf diese Weise stehen immer mehr Daten zur Verfügung. Man denke beispielsweise an eine digitale Patientenakte, die vieles beim Arztbesuch erleichtern würde. Und das ist nicht einmal sonderlich innovativ, sondern seit Jahrzehnten auf der Agenda. Algorithmen erkennen in Sekunden- schnelle Muster, die wiederum für die frühzeitige Erkennung von Krankheiten nützlich sind. Dieses Datensammeln mag einerseits beängstigend sein. Auf der anderen Seite können wir immer intel- ligentere Assistenzsysteme kreieren, die uns dienen und schliesslich Menschen bei der Reflektion und Entscheidungsfindung unterstüt- zen.

    Aber viele Menschen sträuben sich, ihre Daten zur Verfügung zu stellen. Das hat sehr viel mit Vertrauen und positiven Erlebnissen zu tun. Wir würden unser Geld auch nicht zur Bank bringen, wenn wir kein Vertrauen in sie hätten. Wir sehen das Geld auf dem Konto ja nicht, aber wir haben glücklicherweise erfahren, dass es dort nicht verloren geht. Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung einen Schub verliehen, da vieles online ausprobiert werden konnte. Aber man muss auch aufpassen. Je mehr wir digital unterwegs sind, desto mehr ist man angreifbar und verwundbar. Deshalb legen wir bei der Universität Liechtenstein auch grossen Wert auf Cyber- sicherheit. Die Hilti Family Foundation hat hierfür grosszügigerweise einen weiteren Lehrstuhl bei uns gestiftet, den Hilti Lehrstuhl für Daten- und Applikationssicherheit. Wir gründen nun ein Kom- petenzzentrum zum Thema «Sichere digitale Innovation». Unser Grundsatz lautet: Alles was wir digital machen, muss auch sicher sein.

    Derzeit zeigt sich auch eine Wertever- schiebung hin zu mehr Nachhaltigkeit. Wie wirkt hier die Digitalisierung? Gerade digitale Technologien ermöglichen es, wesentlich zu nach- haltigem Handeln beizutragen. Ein einfaches Beispiel aus der Ge- schäftswelt sind Videokonferenzen, die sich positiv auf die Umwelt auswirken und unser Verhalten nachhaltig beeinflussen werden. Auch Smart Homes helfen, durch eine bedarfsgerechtere Gebäu- debewirtschaftung Strom zu sparen und die Umwelt zu schonen. Das sehen wir in allen Bereichen – auch in der Mobilität. Je mehr wir über echte Bedarfe lernen, etwa durch Sensoren, desto besser können wi

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