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Einführung in einige Erzählungen von Franz Kafka.

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  • 1. Franz Kafka3.7.1883-3.6.1924

2. Ich bin nicht nur durch meine uerlichen Verhltnisse, sondern noch viel mehr durch mein eigentliches Wesen ein verschlossener, schweigsamer ungeselliger unzufriedener Mensch, ohne dies aber fr mich als ein Unglck bezeichnen zu knnen, denn es ist nur der Widerschein meines Zieles. Aus meiner Lebensweise, die ich zuhause fhre, lassen sich doch wenigstens Schlsse ziehn. Nun ich lebe in meiner Familie, unter den besten und liebevollsten Menschen, fremder als ein Fremder. Mit meiner Mutter habe ich in den letzten Jahren durchschnittlich nicht zwanzig Worte tglich gesprochen, mit meinem Vater kaum jemals mehr als Gruworte gewechselt. Mit meinen verheirateten Schwestern und den Schwgern, spreche ich gar nicht, ohne etwa mit ihnen bse zu sein. Der Grund dessen ist einfach der, dass ich mit ihnen nicht das aller Geringste zu sprechen habe. Alles was nicht Litteratur ist, langweilt mich und ich hasse es, denn es strt mich oder hlt mich auf, wenn auch nur vermeintlich. Fr Familienleben fehlt mir daher jeder Sinn auer der des Beobachters im besten Fall. Verwandtengefhl habe ich keines, in Besuchen sehe ich frmlich gegen mich gerichtete Bosheit. (TB, 21.8.1913) 3. http://home.arcor.de/eberhard.liss/erfindung+technik/information.htm 4. http://www.plani.ch/fddm.php 5. Franz Kafka Der Mann aus Wrtern, dessen Haut aus Text besteht. Da ich nichts anderes bin als Literatur und nichts anderes sein kann und will.... (TB 21.8.1913) 6. Vom Allerprivatesten... Heute frh zum erstenmal seit langer Zeit wieder die Freude an der Vorstellung eines in meinem Herzen gedrehten Messers.(TB, 2.11.1911)Immerfort die Vorstellung eines breiten Selchermessers das eiligst und mit mechanischer Regelmigkeit von der Seite her in mich hineinfhrt und ganz dnne Querschnitte losschneidet, die bei der schnellen Arbeit fast eingerollt davonfliegen.(TB, 4.5.1913) Mein Leben ist das Zgern vor der Geburt.(TB,24.1.1922) 7. ... zur conditio humana Wir sind, mit dem irdisch befleckten Auge gesehn, in der Situation von Eisenbahnreisenden, die in einem langen Tunnel verunglckt sind und zwar an einer Stelle wo man das Licht des Anfangs nicht mehr sieht, das Licht des Endes aber nur so winzig, dass der Blick es immerfort suchen muss und immerfort verliert wobei Anfang und Ende nicht einmal sicher sind. Rings um uns aber haben wir in der Verwirrung der Sinne oder in der Hchstempfindlichkeit der Sinne lauter Ungeheuer und ein je nach der Laune und Verwundung des Einzelnen entzckendes oder ermdendes kaleidoskopisches Spiel. Was soll ich tun? oder Wozu soll ich es tun? sind keine Fragen dieser Gegenden. (Fragment, 20.10.1917) 8. Kafkas scheinbare EinfachheitDie BumeDenn wir sind wieBaumstmme im Schnee.Scheinbar liegen sie glattauf, und mit kleinemAnstoss sollte man siewegschieben knnen. Nein,das kann man nicht, dennsie sind fest mit dem Bodenverbunden. Aber sieh,sogar das ist nur scheinbar. 9. Das verstrend Einfache Kleine Fabel (Sptjahr 1920) Ach, sagte die Maus, die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glcklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe. - Du musst nur die Laufrichtung ndern, sagte die Katze und frass sie. 10. Das unlsbar Einfache Gibs auf! (Sptjahr 1922) Es war sehr frh am Morgen, die Strassen rein und leer, ich ging zum Bahnhof. Als ich eine Turmuhr mit meiner Uhr verglich, sah ich, dass es schon viel spter war, als ich geglaubt hatte, ich musste mich sehr beeilen, der Schrecken ber diese Entdeckung liess mich im Weg unsicher werden, ich kannte mich in dieser Stadt noch nicht sehr gut aus, glcklicherweise war ein Schutzmann in der Nhe, ich lief zu ihm und fragte ihn atemlos nach dem Weg. Er lchelte und sagte: quot;Von mir willst du den Weg erfahren?quot; quot;Jaquot;, sagte ich, quot;da ich ihn selbst nicht finden kann.quot; quot;Gibs auf, gibs aufquot;, sagte er und wandte sich mit einem grossen Schwunge ab, so wie Leute, die mit ihrem Lachen allein sein wollen. 11. Was fasziniert uns an Kafka? 12. Seine (Manuskript)handschrift? 13. Sein Horoskop?* 3.7.1883http://www.astroschmid.ch/Horoskope/Krebs/kafka.htm 14. Sein Verhltnis zu Frauen? Ich kann offenbar nur das lieben, was ich so hoch ber mich stellen kann, dass es mir unerreichbar wird. 15. Seine Verlorenheit? Heute nachmittag kam der Schmerz ber meine Verlassenheit so durchdringend und straff in mich, dass ich merkte, auf diese Weise verbrauche sich die Kraft, die ich durch dieses Schreiben gewinne... (TB, 1.11.1911) 16. Sein Verhltnis zum Vater? *1852 17. Seine Art zu zeichnen?1905 18. Sein Verhltnis zur Mutter?*1856 19. Seine Unbedingtheit, (Berufs)Leben und Schreiben vershnen zu wollen? TB S. 33 20. Sein Blick? 21. Was fasziniert uns an Kafkas Texten? 22. Die Personen und Geschichten? 23. Die Sprache? Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Bses getan htte, wurde er eines Morgens verhaftet. Eines Morgens wurde Josef K. verhaftet. Jemand hatte Josef K. verleumdet, denn er wurde eines Morgens verhaftet. Jemand hatte Josef K. verleumdet, denn ohne dass er etwas Bses getan hatte, wurde er eines Morgens verhaftet. Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Bses getan hatte, wurde er eines Morgens verhaftet. 24. Die Sprache? Beim Einschlafen ein vertikal gehender Schmerz im Kopf ber der Nasenwurzel, wie von einer zu scharf gepreten Stirnfalte. (TB, 3.10.1911) Kunstloser bergang von der gespannten Haut der Glatze meines Chefs zu den zarten Falten seiner Stirn. Eine offenbare, sehr leicht nachzuahmende Schwche der Natur, Banknoten drften nicht so gemacht sein. (TB, 13.10.1911) 25. Die Themen? Worin besteht meine Schuld?Vter und Shne Wie weit ist es bis zu dir? Wo ist Wahrheit? Das GesetzDie Unmglichkeit der LiebeDie Abgrndigkeit des Alltglichen 26. ??? 27. berlagerung von Leben und Literatur Literar. TexteTagebuchBriefe 28. Struktur AproWas fasziniert uns an Kafka? VorspeiseWie und wann lebt und schreibt Kafka? HauptspeiseWas will uns der Dichter sagen? NachspeiseKafka und die Krankheit(en) 29. Vorspeise Wie und wann lebt und schreibt Kafka? http://www.kafka.org/picture/roland/1.jpg 30. Prag 1900 31. Prag 1900 32. Prag 1900Ca. 400000 EinwohnerDavon ~ 30000 Deutsche,wovon viele Juden WenzelsplatzKarlsbrcke 33. Eckpunkte zur Zeit (1912-1924)LeicaZwlftonmusik Der Blaue Reiter Dada Erste Rundfunksendung Spanische Grippe1. Weltkrieg AtommodelleTitanic 14.4.1912 RelativittstheorienKubismus BauhausBewegliche Prothesen (Sauerbruch, 1916) 34. Eckpunkte zur Zeit (1912-1924)Thomas MannSchnitzlerGeorge ProustKleeChaplinTraklHofmannsthalPicassoModigliani C.G. Jung KubismusRilke Joyce FreudKlee 35. Meine eigentlichen BlutsverwandtenGrillparzerDostojewskiKleist Flaubert 36. Leben und Werk: Leben Leben: 40 Jahre und 11 Monate; Jude; Pensionierung mit 39; Kehlkopftuberkulose 45 Tage im Ausland. Zeuge eines Weltkriegs Unverheiratet. Drei Verlobungen; Liebesbeziehungen zu weiteren 4 Frauen; 6 Monate in gemeinsamer Wohnung mit einer Frau; offiziell keine Nachkommen (evtl. ein Sohn (1914-1921); entbehrt jeder Grundlage. Stach) 37. Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt 38. Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt 39. Leben und Werk: Leben Hermann & Julie Kafka 40. Leben und Werk: Leben Elli Valli Ottla 41. Leben und Werk: LebenMilena Jesensk Felice Bauer Dora DiamantJulie Wohryzek Ich kann offenbar nur das lieben, was ich so hoch bermich stellen kann, dass es mir unerreichbar wird. 42. Leben und Werk: Werk 40 vollendete Prosatexte. Kritische Ausgabe: 350 Druckseiten an von Kafka als abgeschlossen betrachteten Texten; 3400 Druckseiten TB und Fragmente (darunter drei Romane) 1500 erhalten gebliebene Briefe Aufwand : Ertrag = bizarr (~ 10:1) 43. Leben und Werk Karge Lebensbilanz kulturelle Aura Wie kommt so etwas zustande?Das einzige, was ich habe, sind irgendwelche Krfte, die sich in einer im normalen Zustand gar nicht erkennbaren Tiefe zur Literatur koncentrieren. 44. Kafkas Tageslauf Von 8 bis 2 oder 2 1/3 Bureau, bis 3 oder 4 Mittagessen, von da ab Schlafen im Bett (...) bis 8, dann 10 Minuten Turnen, nackt bei offenem Fenster, dann eine Stunde Spazierengehn allein oder mit Max oder mit noch einem andern Freund, dann Nachtmahl innerhalb der Familie (ich habe 3 Schwestern, eine verheiratet, eine verlobt, die ledige ist mir, unbeschadet der Liebe zu den andern, die bei weitem liebste) dann um 11 (oft wird aber auch sogar 12) Niedersetzen zum Schreiben und dabeibleiben je nacht Kraft, Lust und Glck bis 1, 2, 3 Uhr, einmal auch schon bis 6 Uhr frh. Dann wieder Turnen, wie oben, nur natrlich mit Vermeidung jeder Anstrengung, abwaschen und meist mit leichten Herzschmerzen und zuckender Bauchmuskulatur ins Bett. Dann alle mglichen Versuche einzuschlafen, d.h. Unmgliches zu erreichen, denn man kann nicht schlafen .... So besteht die Nacht aus zwei Teilen, aus einem wachen und einem schlaflosen .... Natrlich ist es dann kein besonderes Wunder, wenn ich im Bureau am Morgen gerade knapp noch mit dem Ende meiner Krfte zu arbeiten anfange.(Brief an Felice, 1.11.1912) 45. Kafkas Schreibtisch Jetzt habe ich meinen Schreibtisch genauer angeschaut und eingesehn, dass auf ihm nichts Gutes gemacht werden kann. Es liegt hier so vieles herum und bildet eine Unordnung ohne Gleichmssigkeit und ohne jede Vertrglichkeit der ungeordneten Dinge, die sonst jede Unordnung ertrglich macht. (TB, 24./25.12.1910) 46. Bedeutung des SchreibensMein Glck, meine Fhigkeiten und jede Mglichkeit, irgendwie zu ntzen, liegen seit jeher im Literarischen.(TB, 28.3.1911) 47. Wichtigkeit des Schreibens Ich habe inzwischen, nachdem ich durch Wahnsinnszeiten gepeitscht worden bin, zu schreiben angefangen und dieses Schreiben ist mir in

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